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Capriccio - Theater Bielefeld

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Play Capriccio - Theater Bielefeld

Ein Konversationsstück für Musik in einem Aufzug von Richard Strauss
Dichtung von Clemens Krauss und Richard Strauss

"Ist dies nicht der beste Abschluss meines Lebens? Man kann nur ein Testament hinterlassen". So unmissverständlich formulierte Richard Strauss gegenüber dem Dirigenten und Textdichter von "Capriccio", Clemens Krauss, was das Werk für ihn bedeutete: Summe und Endpunkt seines Opernschaffens. Schon das Sujet war ihm wie auf den Leib geschneidert: "Capriccio" kreist um die alte Frage, wem denn nun in der Oper Vorrang gebührt, dem Text oder der Musik, und diese wird in einer sprühend-geistreichen "Oper über Oper" entfaltet - ein Volltreffer für den 75-jährigen Komponisten.

Der Geburtstag der Gräfin Madeleine steht bevor. Der Dichter Olivier und der Komponist Flamand - beide in die Gräfin verliebt - streiten sich über den Vorrang ihres jeweiligen Metiers. Der Theaterdirektor La Roche erklärt die Frage für obsolet, denn es komme einzig darauf an, wie viel Effekt die Aufführung mache. Auch nachdem der Gräfin zu Ehren eine Symphonie von Flamand, ein Sonett von Olivier und ein allegorisches Drama von La Roche gegeben worden sind, kann sie sich nicht entscheiden, welcher Kunst (und welchem Mann) sie den Vorzug gibt. Also schlägt sie vor, dass alle gemeinsam eine Oper schaffen. Ihr Thema: die Ereignisse des Tages.

In "Capriccio" konnte Strauss 1939 bis 1941 noch einmal seine Fähigkeit beweisen, sowohl den Wortsinn eines Textes als auch dessen Doppelbödigkeit zu vertonen. Die charmante Mischung aus Liebesgeschichte und ästhetischem Diskurs bot ihm reiche Möglichkeiten der Anspielung auf sein eigenes Schaffen und auf die Operntradition. Mit der Gräfin gelang ihm zugleich ein Frauenporträt, das das artifizielle Arrangement der Oper in ein zutiefst menschliches, warmes Licht taucht. Es ist kaum zu begreifen, wie Strauss in einer Zeit, in der sein Land alles dafür tat, die Welt ins Verderben zu stürzen, eine Musik von solch entrückter Schönheit schreiben konnte. "Capriccio" ist das Vermächtnis eines Unpolitischen, der seine Einsichten in menschliche Wahrheiten unbeirrt im Reich der Schönheit suchte.

Musikalische Leitung: Peter Kuhn
Inszenierung: Helen Malkowsky
Bühne und Kostüme: Harald B. Thor, Tanja Hofmann

  • Capriccio - Premiere: Bielefeld

    » Stadttheater

    • Samstag, 31. Januar 2009, 19:30 Uhr - [verfügbar]
    • Sonntag, 08. Februar 2009, 18:00 Uhr - [verfügbar]
    • Mittwoch, 18. Februar 2009, 20:00 Uhr - [verfügbar]
    • Freitag, 06. März 2009, 20:00 Uhr - [verfügbar]
    • Sonntag, 12. April 2009, 15:00 Uhr - [verfügbar]
    • Samstag, 16. Mai 2009, 19:30 Uhr - [verfügbar]

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